Dominica
Reiseinformationen zu Dominica im Überblick
Dominica trägt den Beinamen Nature Island, und ausnahmsweise ist das kein Marketing. Rund die Hälfte der Insel ist von Regenwald bedeckt, es gibt neun aktive Vulkane, 365 Flüsse und Bäche — und kaum Sandstrände im klassischen Karibiksinn. Wer Liegestuhl und All-inclusive sucht, ist auf den Nachbarinseln besser aufgehoben. Wer wandern will, findet hier das beste Terrain der Kleinen Antillen.
Nicht verwechseln: Dominica ist ein eigener Inselstaat zwischen Guadeloupe und Martinique, nicht die Dominikanische Republik.
Der Morne Trois Pitons Nationalpark
Der Nationalpark im Süden der Insel steht seit 1997 auf der UNESCO-Welterbeliste — als erste Naturstätte der Ostkaribik. Auf rund 7.000 Hektar liegen Nebelwald, Fumarolen und der Boiling Lake, ein von vulkanischen Gasen aufgeheizter Kratersee und die zweitgrößte heiße Quelle der Welt. Die Wanderung dorthin dauert je nach Kondition sechs bis acht Stunden hin und zurück, führt durch das Valley of Desolation und ist ohne Guide nicht zu empfehlen.
Deutlich leichter erreichbar sind die Trafalgar Falls — zwei benachbarte Wasserfälle, die von einer Aussichtsplattform nach kurzem Fußweg zu sehen sind — sowie die Titou Gorge, eine enge Felsschlucht, durch die man zu einem Wasserfall schwimmt.
Waitukubuli National Trail
Der Waitukubuli National Trail durchquert die Insel auf rund 185 Kilometern von Süd nach Nord und ist in 14 Etappen gegliedert. Die meisten Abschnitte beginnen und enden in Dörfern, die per Minibus erreichbar sind — man kann also einzelne Etappen laufen, ohne die komplette Durchquerung zu planen. Für den gesamten Weg brauchen geübte Wanderer etwa zwei Wochen. Der Name geht auf Wai'tukubuli zurück, die Bezeichnung der Kalinago für ihre Insel: „hoch ist ihr Körper".
Kalinago Territory und Wale
Im Osten der Insel liegt das Kalinago Territory, in dem die größte zusammenhängende Gemeinschaft der Kariben lebt. Ein Besuch ist möglich und wird von der Gemeinde selbst organisiert.
Vor der Westküste hält sich ganzjährig eine ortstreue Population von Pottwalen auf — Dominica ist einer der wenigen Orte weltweit, an dem die Chance auf eine Sichtung nicht saisonal begrenzt ist. Für Beobachtungsfahrten gelten strenge Auflagen; achte auf Anbieter mit offizieller Genehmigung.
Praktisches
Amtssprache ist Englisch, daneben wird ein französisch basiertes Kreol gesprochen. Gezahlt wird mit dem Ostkaribischen Dollar (XCD), der fest an den US-Dollar gekoppelt ist. Die beste Reisezeit liegt zwischen Dezember und April; die Hurrikansaison von Juni bis November trifft Dominica regelmäßig — Hurrikan Maria richtete 2017 schwere Schäden an. Einen internationalen Langstreckenflughafen gibt es nicht, die Anreise erfolgt über Regionalflüge oder Fähren von Guadeloupe und Martinique.